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Kunststoff als Ersatz für Glas

von Roman Tisch am 17.12.2008
Beim Begriff Kunststoff denkt man wahrscheinlich an Verpackungen oder ähnliches. Doch heute wird Kunststoff auch als Ersatz für Glas in vielen Sparten der Industrie eingesetzt. In der Autoindustrie wird es als Werkstoff für Leuchten- und Blinkerglas sowie für Reflektoren verwendet. In der Optik für Linsen und Brillengläser. In der Bauindustrie kann es für Verglasungen und zur Abdichtung und Beschichtung hergenommen werden. Und sogar im täglichen Gebrauch ist Kunststoffglas zu finden. Das Handydisplay, die Tastenkappe oder der Salatlöffel bestehen beispielsweise aus Kunststoffglas. Die Vorteile sind klar zu erkennen. Kunststoffglas, auch Acrylglas oder Plexiglas® genannt, ist relativ leicht und billig herzustellen und bietet einen viel höheren Grad an Belastbarkeit und Stabilität als normales Glas. Zudem kann es nach seiner Herstellung leicht noch weiter verarbeitet werden. Sowohl trennen, bohren, umformen und kleben von Acrylglasteilen sind machbar. Getrennt oder geschnitten werden kann Plexiglas® je nach Stärke mit einem Cutter, oder einer Kreissäge. Die entstandenen Schnittkanten können nach dem Trennvorgang mit Schleifpapier oder Polierpaste bearbeitet werden. So vermeidet man hässliche Schnittstellen. Will man getrenntes wieder zusammenkleben ist es möglich den Kunststoff mit einem Lösungsmittel zu bestreichen, und dann einfach die einzelnen Teile an den gelösten Stellen miteinander zu verschmelzen. Einfach gesagt verbindet man Plexiglas® also mit sich selbst. Bei dieser Methode entstehen auch kaum sichtbare Klebenähte, was wieder einen ästhetischen Vorteil darstellt. Bestehende Kunststoffteile können auch einfach wieder verformt werden, wenn das Acrylglas erhitzt wird. Je nach Art des Kunststoffs werden hierzu Temperaturen von 130°C bis zu 180°C verwendet. Die Erfindung von Kunststoffglas geht unter anderem auf den Chemiker Otto Karl Julius Röhm zurück, der zeitgleich mit anderen Wissenschaftlern aus Europa an der Entwicklung arbeitete. 1933 meldete er unter dem Namen „Plexiglas®“ das Patent auf seine Entwicklung an, die heute noch diesen Namen trägt. Auf der Weltausstellung 1937 wurde die Erfindung unter anderem mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. In den folgenden Jahren wurde Acrylglas immer weiter entwickelt. Heute gibt es neben dem herkömmliche Plexiglas® auch noch spezielle Varianten, die in der Luftfahrt oder in der Solarientechnik verwendet werden.
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