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Von Pythagoras bis zum modernen Kartenlegen

von Andreas Mettler am 04.10.2017


Hat das Internet eine Zukunft? Achtung, Satire!


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AlbanyColley / pixabay.com (pixabay license)
Einen Blick in die Zukunft werfen. Wer möchte das nicht? Wenn wir heute schon sehen könnten, was uns in einigen Jahren erwartet, dann wäre es leichter die richtigen Entscheidungen zu treffen. Schon seit vielen Jahrhunderten sucht der Mensch auch im Kartenlegen Antworten auf seine Fragen.

Als erste historisch dokumentierte Erscheinung der europäischen Esoterik ist Pythagoras bekannt. Pythagoras lebte ungefähr 570 bis 500 vor Christus und vertrat die Lehre, dass der Mensch eine vom Körper ablösbare Seele mit Fortbestand nach dem Tode durch Reinkarnation besitze. Von Pythagoras stammt auch der Begriff „Kosmos“, der eine harmonisch geordnete Welt definiert, dem Kontrast zum Chaos. Er setzte die Bewegung von Planeten in Beziehungen zu Intervallen der Musik und definierte den Begriff „Sphärenharmonie“. Platon, Parmenides von Elea und Empedokles übernahmen die Reinkarnationstheorie von Pythagoras und leiteten daraus einen strengen Vegetarismus ab, ein Verbot des Verspeisens von Tieren, was bei einer Voraussetzung der Reinkarnationsmöglichkeit des Menschen als Tier anderenfalls mit Kannibalismus gleichzusetzen gewesen wäre.

Platon definierte die Seele als den eigentlichen Kern des Menschen, der Körper hingegen sei nur vorübergehend inkarnierter Natur und damit das „Grab“ des Menschen. Die Lehren von Pythagoras wurden einerseits mit ihren Elementen der Wiedergeburt und Auferstehung in das christliche Weltbild integriert, gleichzeitig aber auch als Ketzerei verdammt. Aus diesem Konflikt heraus entstanden die Begriffe „esoterisch“, „Gnosis“ und „Gnostizismus“. Gnostiker setzen den Schwerpunkt auf die „Selbstermächtigung des erkennenden Subjekts“ im Kontrast zur christlichen Lehre, die den Schwerpunkt auf die Begrenztheit der menschlichen Erkenntnis setzt und die Wahrheit in der göttlichen Offenbarung findet.

Die Dienste der esoterischen Selbsterforschung und die Kunst der Vorhersage beim Karten legen haben gerade in den vergangenen Jahrzehnten wieder viel öffentliches Interesse gefunden. Ob mit Systemen der Zigeunerkarten, Lenormand-Karten oder Tarotkarten, das Interesse an der eigenen Zukunft mit Techniken, die das Kartenlegen nutzen, führt viele Menschen zu einer interessanten Befassung mit dem eigenen Leben.

Weitere Informationen hier:
https://atlantis4u.de


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