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PKV - ein Privileg?

von Lars Blechschmidt am 04.02.2008
In Deutschland genießen wir ein Privileg, welches wir nur oft nicht mehr als solches empfinden. Die Gesetzliche Krankenversicherung. Natürlich sind deren Leistungen stark begrenzt und natürlich sind wir von einer Vollabsicherung weit entfernt. Aber: wir sind wenigstens versichert. In Deutschland schreibt der Gesetzgeber vor, dass kein Staatsbürger ohne Krankenversicherung sein darf. Das Pendant dazu bilden die Privaten Krankenversicherungen, welche mit über Acht Millionen Mitgliedern zu buche schlagen. Bei den gesetzlichen Krankenkassen sind zur Zeit noch über Siebzig Millionen Menschen pflichtversichert oder freiwillig versichert. Aber wo besteht eigentlich der Unterschied zwischen der Privaten und der Gesetzlichen Krankenversicherung? Die PKV hat den Ruf oftmals günstiger und leistungsmäßig besser zu sein als die GKV. Das stimmt zu einem gewissen Teil. Bei PKV Forum und GKV treffen zwei unterschiedliche Systeme aufeinander oder besser: konkurrieren miteinander. Während sich der Beitrag der Gesetzlichen Krankenkasse nach dem Arbeitsentgelt des Mitgliedes richtet, also einen gewissen Prozentsatz seines Bruttolohnes beträgt, werden die Beiträge bei den Privaten Krankenkassen nach der Risikobeurteilung des Versicherten errechnet, also individuell erstellt. Ein Geringverdiener, der einer bestimmten Risikogruppe entspricht, kann also bei der Gesetzlichen Krankenkasse günstiger versichert sein, ein gesunder Arbeitnehmer mit hohem Einkommen, ist wahrscheinlich günstiger bei der Privaten Krankenversicherung aufgehoben. Hinzu kommen noch Unterschiede in der Behandlung der Kinder. Während die PKV diese einzeln berechnet, sind Kinder in der GKV kostenlos mitversichert. Im Gegensatz zur GKV bildet die Private Krankenversicherung eine Rückstellung fürs Alter, welche in den monatlichen Beiträgen bereits enthalten ist. Diese Kapital gedeckte Vorsorge schafft also Rücklagen für das Alter. Eine solche Kapitaldeckung fehlt bei der GKV gänzlich. Hier sollen die älteren Menschen von den jüngeren Menschen finanziert werden, die Beträge werden also nach dem Solidarprinzip erhoben. Dass diese Rechnung aufgrund der demographischen Entwicklung unserer Gesellschaft nicht aufgehen kann, ist klar. Von den Leistungen her empfiehlt es sich vor allem für GKV Kunden Zusatzversicherungen abzuschließen, welche die Versorgungslücken schließen.
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